Frühling 2021 - Geradeeben

Die Klangästhetik frei improvisierter oder komponierter Musik hat viele Gemeinsamkeiten. Doch in frei improvisierter Musik entscheiden Musiker aus dem Moment heraus, ob sie einen Klang spielen, und wie sie ihn spielen. Die Energie des Zusammenspiels entsteht im Moment. Diese Energie, Freiheit und Leichtigkeit, welche bei frei improvisierter Musik entstehen kann, versuchen wir in unsere Interpretationen komponierter, zeitgenössischer Musik einfliessen zu lassen, ohne dabei die Akribie bei der Erarbeitung eines Werkes zu vernachlässigen.
Durch performative, manchmal auch skurrile Interpretationen, versuchen wir die manchmal kritisierte Steifheit neuer Musik zu durchbrechen. So fügen wir unseren Interpretationen eine visuelle Ebene hinzu, die dem Publikum tiefere Einblicke in unsere musikalische Auseinandersetzung gibt.
In unserem neuen Projekt Geradeeben möchten wir diese zwei Ansätze weiterdenken. Die drei bereits bestehenden Werke von Georges Aperghis, Mathilde Bigler und Urban Mäder setzen sich damit auf unterschiedliche Weise auseinander. Zusätzlich werden die beiden Komponistinnen Michal Muggli und Anda Kryeziu, welche sich ebenfalls schon lange mit Performance und frei improvisierter Musik beschäftigen, je ein neues Werk für uns schreiben.
So entsteht ein Programm, dessen Ablauf bei jeder Aufführung improvisiert wird: Ein Konzept mit frei improvisierten und performativen Übergängen lässt uns die Reihenfolge der Werke aus dem Moment heraus gestalten. Wir reagieren spontan auf Raum, Publikum und unsere persönliche Stimmung. So wird jeder Konzertabend einzigartig.

Programm

 

Retrouvailles                     

La 4 a Bee                        

Auftragskomposition         

Auftragskomposition                  

Solang                              

Konzeptimprovisationen    

 

 

Georges Aperghis

Mathilde Bigler (Wiederaufnahme)

Anda Kryeziu

Michal Muggli

Urban Mäder (Wiederaufnahme)

Duo Klexs


Herbst 2021 - URFORMEN (Kollaboration mit ExVoCo)

 

Für das Projekt UrFormen fusionierien die drei Vokalisten von ExVoCo mit unserem Duo zu einem Ensemble, welches die Urformen des menschlichen und musikalischen Ausdrucks und ihre Zusammenhänge untersucht und in einem zeitgenössischen Kontext zeigt.

 

Für uns hat der Ursprung eines Klanges oder einer musikalischen Geste etwas Magisches. In der Ausbildung versucht man, seine Instrumentaltechnik zu perfektionieren, so dass die eigentliche Schönheit des einfachen Klanges oder der simplen Geste vergessen zu gehen droht. Wir möchten einen Schritt zurück in Richtung unseres musikalischen Ursprungs gehen und hier, wie mit kindlichen Sinnen, Neues entdecken. Welche neuen Welten können sich aus einem einfachen Klang oder einer simplen musikalischen Geste eröffnen? 

 

Bei Recherchen für ein Programm entdeckten wir "Rädda Mig ur Dyn" von Karin Rehnqvist und die "Ursonate" von Kurt Schwitters. Wir waren sofort fasziniert von diesen beiden Werken. Bei "Rädda Mig ur Dyn" zog uns die extreme Spannung, die sich durch das Werk zieht, in ihren Bann. Das Stück fordert die Interpret*innen auf, nach der primitivsten Form des Schreiens zu suchen: nach einem Ruf, der an einen Urschrei erinnert. Zehn Jahre lang (1922-1932) arbeitete Kurt Schwitters an seiner Sonate für Urlaute. Dieses Lautgedicht greift mit rein dadaistischem Geist die Struktur einer Sonate auf, mit der Stimme als Instrument und Konsonanten und Vokale als Noten. Die "Ursonate" ist eines der Lieblingswerke des ExVoCo-Ensembles; für dieses Projekt werden wir gemeinsam an einer neuen Fassung für Vokalensemble, Bratsche und Saxophon arbeiten.

 

Mit "UrFormen" wollen wir uns auch mit den Ursprüngen der musikalischen Form auseinandersetzen. Woher kommen ursprüngliche musikalische Formen? Können sie mit frühen Kompositionstechniken in Verbindung gebracht werden? Das Madrigal ist z.B. eine der ältesten Formen der Kammermusik. Wie kann diese Kompositionstechnik in zeitgenössische Werke übertragen werden? Wir haben drei Komponist*innen gebeten, sich mit dem Thema “UrFormen” auseinanderzusetzen. Aus dieser Recherche entstehen drei Auftragskompositionen:

 

Zessas Seglias komponiert ein zeitgenössisches Madrigal. Leah Asher wird sich mit ursprünglichen Notationsformen auseinandersetzen und sie in einen Kontext der neuen Musik übertragen. Nicolas von Ritter wird die Ursprünge der ältesten körperlichen und musikalischen Gesten erforschen und in einen zeitgenössischen Zusammenhang stellen.

Programm

 

Rädda Mig ur Dyn             

Commande                          

Commande                     

Commande                      

Ursonate                          


Zusammenarbeit mit dem Ensemble ExVoCo (Expanded Voice Company)

Christine Finn – Sopran 

Frank Wörner – Bass

Matias Bocchio – Bariton

Frühling 2022 - Strom

In den vergangen Jahren hat das Duo Klexs mit seinem akustischen Duoklang experimentiert und geforscht. Mit dem neuen Projekt Strom stellen sie Werke mit elektronischen Elementen in Vordergrund. So wird der akustische Duoklang erweitert oder verändert.
Sei es, dass die Instrumente einfach « nur » Verstärkt werden, um mit der Präsenz der jeweiligen Instrumente zu spielen, der Klang durch Effektgeräte verfremdet wird, oder beide Instrumente mit einer elektronischen Stimme ergänzt werden. Sie sehen die Auseinandersetzung mit Elektronik als ein Werkzeug, um mit ihren Instrumenten räumlich und klanglich neue Klangwelten zu entdecken.
Zwischen den drei Auftragskompositionen der in der schweiz lebenden Komponist*innen Kevin Juillerat, Emilio Guim und Ezko Kikoutchi, werden zwei Solowerke von Marco Momi eingebettet. Die Übergänge werden mit kurzen (improvisatorischen) Klangkonzepten gestaltet. So entsteht ein einstündiges Gesamtwerk.

Programm


Cinque Nudi (Saxophon solo)
Première berceuse sur rien (Viola solo)
UA
UA
UA


Herbst 2022 - Image(s)

Für das Projekt Image(s) konfrontiert das Duo Werke ihrer letzten Projekte mit Lichtkompositionen des Lichtkünstlers Kurt Laurenz Theinert. Dabei möchten sie vor allem die Auftragskompositionen, welche für das Duo geschrieben und für ein bestimmtes Projekt konzipiert waren, in einen neuen Kontext stellen. Zusätzlich zu den bestehenden Werken wird es zwei Neukompositionen geben, welche explizit für dieses Projekt geschrieben werden.

 

Wie wird sich die Wahrnehmung der Musik durch die Lichtkompositionen verändern? Ermöglicht es sogar einen „einfacheren“ Zugang zu zeitgenössischer Musik? „Hören“ wir auch mit unseren Augen? Nehmen wir so andere musikalische Strukturen war? Wird die Interpretation der Musikerinnen beeinflusst? Diese Fragestellungen möchte das Duo im Zusammenhang mit dem Projekt untersuchen.

 

Der Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert entwickelt zu jeder Komposition seine eigene Lichtkomposition. Mit seinem selbst entwickelten Visual Piano wird er so live die Räum bespielen. Dabei verschmelzen Klang- und Lichtbild, ergänzen sich, lassen so eine Komposition auf eine neue Art entdecken. Gegensätze werden aber genauso ausgelotet. Mal gibt es zur brachialen Klangwolke ruhige, nahezu statische Lichtbilder, mal werden die ruhigen Klänge des Duos mit einer wild fluoreszierenden Bildebene ergänzt. Auf der Bühne entsteht so ein Dialog zwischen Klang und Bild.

 

Für die Auftragskompositionen hat sich das Duo für Nils Fischer und Nicolas Gurtner entschieden. Zwei Musiker und Komponisten, die sich auf der Grenze zwischen Jazz, improvisierter und zeitgenössischer Musik bewegen. Beide sind dem Duo seit dessen Gründung verbunden und standen bei einigen Projekten beratend zur Seite. Mit dieser Verbundenheit können sie so aus einer spannenden Perspektive heraus massgeschneiderte Kompositionen erschaffen. Nils Fischer hat bereits mit Kurt Laurenz Theinert zusammengearbeitet und ist mit der Funktionsweise seines Visual Piano vertraut.

Programm

 

UA   

UA                                                            

Wiederaufnahme UA Geradeeben           

Wiederaufnahme UA Geradeeben     

Wiederaufnahme UA Geradeeben

Daccord(s)

 

 

Nicolas Gurtner
Nils Fischer

Anda Kryeziu

Ezko Kikoutchi

Kevin Juillerat

Dieter Ammann