UrFormen - Herbst 2021 / mit ExVoCo

Für das Projekt UrFormen fusionierien die drei Vokalisten von ExVoCo mit unserem Duo zu einem Ensemble, welches die Urformen des menschlichen und musikalischen Ausdrucks und ihre Zusammenhänge untersucht und in einem zeitgenössischen Kontext zeigt.

Für uns hat der Ursprung eines Klanges oder einer musikalischen Geste etwas Magisches. In der Ausbildung versucht man, seine Instrumentaltechnik zu perfektionieren, so dass die eigentliche Schönheit des einfachen Klanges oder der simplen Geste vergessen zu gehen droht. Wir möchten einen Schritt zurück in Richtung unseres musikalischen Ursprungs gehen und hier, wie mit kindlichen Sinnen, Neues entdecken.

Bei Recherchen für ein Programm entdeckten wir "Rädda Mig ur Dyn" von Karin Rehnqvist und die "Ursonate" von Kurt Schwitters. Wir waren sofort fasziniert von diesen beiden Werken. Bei "Rädda Mig ur Dyn" zog uns die extreme Spannung, die sich durch das Werk zieht, in ihren Bann. Das Stück fordert die Interpret*innen auf, nach der primitivsten Form des Schreiens zu suchen: nach einem Ruf, der an einen Urschrei erinnert. Zehn Jahre lang (1922-1932) arbeitete Kurt Schwitters an seiner Sonate für Urlaute. Dieses Lautgedicht greift mit rein dadaistischem Geist die Struktur einer Sonate auf, mit der Stimme als Instrument und Konsonanten und Vokale als Noten. 

Mit "UrFormen" wollen wir uns auch mit den Ursprüngen der musikalischen Form auseinandersetzen. Woher kommen ursprüngliche musikalische Formen? Können sie mit frühen Kompositionstechniken in Verbindung gebracht werden? Wir haben drei Komponist*innen gebeten, sich mit dem Thema “UrFormen” auseinanderzusetzen. Aus dieser Recherche entstehen drei Auftragskompositionen:

Zessas Seglias komponiert ein zeitgenössisches Madrigal. Leah Asher wird sich mit ursprünglichen Notationsformen auseinandersetzen und sie in einen Kontext der neuen Musik übertragen. Nicolas von Ritter wird die Ursprünge der ältesten körperlichen und musikalischen Gesten erforschen und in einen zeitgenössischen Zusammenhang stellen.

Programm

Rädda Mig ur Dyn - Karin Rehnqvist   

     

Auftragskomposition - Lea Hasher     

                 

Auftragskomposition - Nicolas von Ritter   

            

Auftragskomposition - Zesses Seglias   

              

Ursonate - Kurt Schwitters                    

 

Zusammenarbeit mit dem Ensemble   ExVoCo (Expanded Voice Company)

Christine Finn – Sopran 

Frank Wörner – Bass

Matias Bocchio – Bariton

STROM - Frühling 2022

 

In den vergangen Jahren hat das Duo Klexs mit seinem akustischen Duoklang experimentiert und geforscht. Mit dem neuen Projekt Strom stellen sie Werke mit elektronischen Elementen in Vordergrund. So wird der akustische Duoklang erweitert oder verändert.


Sei es, dass die Instrumente einfach « nur » Verstärkt werden, um mit der Präsenz der jeweiligen Instrumente zu spielen, der Klang durch Effektgeräte verfremdet wird, oder beide Instrumente mit einer elektronischen Stimme ergänzt werden. Sie sehen die Auseinandersetzung mit Elektronik als ein Werkzeug, um mit ihren Instrumenten räumlich und klanglich neue Klangwelten zu entdecken.


Zwischen den drei Auftragskompositionen der in der Schweiz lebenden Komponist*innen Kevin Juillerat und Ezko Kikoutchi, werden zwei Wiederaufnahme aus unserem Repertoire eingebettet. Die Übergänge werden mit kurzen (improvisatorischen) Klangkonzepten gestaltet. So entsteht ein einstündiges Gesamtwerk.

Thierry Simonot, der Tonkünstler, begleitet uns bei diesem Abenteuer und sorgt für eine optimale Klangwiedergabe.

Programm


UAKevin Juillerat


Taped Zen (2021)Emilio Guim (Wiederaufnahme)


UA -Ezko Kikoutchi

T#2 (2021) - Anda Kryeziu (Wiederaufnahme)

Image(s) -  2023

Für das Projekt Image(s) konfrontiert das Duo Werke ihrer letzten Projekte mit Lichtkompositionen des Lichtkünstlers Kurt Laurenz Theinert. Dabei möchten sie vor allem die Auftragskompositionen, welche für das Duo geschrieben und für ein bestimmtes Projekt konzipiert waren, in einen neuen Kontext stellen. Zusätzlich zu den bestehenden Werken wird es zwei Neukompositionen geben, welche explizit für dieses Projekt geschrieben werden.

 

Wie wird sich die Wahrnehmung der Musik durch die Lichtkompositionen verändern? Ermöglicht es sogar einen „einfacheren“ Zugang zu zeitgenössischer Musik? „Hören“ wir auch mit unseren Augen? Nehmen wir so andere musikalische Strukturen war? Wird die Interpretation der Musikerinnen beeinflusst? 

 

Der Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert entwickelt zu jeder Komposition seine eigene Lichtkomposition. Mit seinem selbst entwickelten Visual Piano wird er so live die Räum bespielen. Dabei verschmelzen Klang- und Lichtbild, ergänzen sich, lassen so eine Komposition auf eine neue Art entdecken. Gegensätze werden aber genauso ausgelotet. Auf der Bühne entsteht so ein Dialog zwischen Klang und Bild.

 

Für die Auftragskompositionen hat sich das Duo für Nils Fischer und Nicolas Gurtner entschieden. Zwei Musiker und Komponisten, die sich auf der Grenze zwischen Jazz, improvisierter und zeitgenössischer Musik bewegen. Beide sind dem Duo seit dessen Gründung verbunden und standen bei einigen Projekten beratend zur Seite. Mit dieser Verbundenheit können sie so aus einer spannenden Perspektive heraus massgeschneiderte Kompositionen erschaffen. Nils Fischer hat bereits mit Kurt Laurenz Theinert zusammengearbeitet und ist mit der Funktionsweise seines Visual Piano vertraut.

Programm

UA - Nicolas Gurtner

UA - Nils Fischer             

                                          

Taped Zen - Emilio Guim (Wiederaufnahme)    

Wiederaufnahme "Strom" - Ezko Kikoutchi  

Daccord(s) - Dieter Ammann - Arr. Victor A. Coltea

Improvisation(s) - Duo Klexs